LesbenSEITEN - LesbenZEITEN! Der lesbische Terminkalender für Karlsruhe und die Umgebung - Safer Sex für Lesben
   
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Safer Sex für Lesben ...

 ... ist eigentlich nicht viel anders, als er auch für heterosexuelle oder schwule Paare sein sollte. Der Gebrauch von Kondomen (beim Sex mit Männern) allein schützt nämlich nicht vor den bekannten Gefahren

♦ HIV-Infektion (--> AIDS) durch Kontakt von infektiösen Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma und nach einigen Informationsquellen auch Vaginalsekret) mit Schleimhäuten (Vagina, Anus, Eichel, Mund, Augen, Nase) oder Wunden sowie

♦ Übertragung von Hepatitis, Herpes Genitalis, Tripper (Gonorrhoe), Syphilis, Papilloviren, Chlamydien, Feig- und Dellwarzen, Fadenwürmern oder Pilzinfektionen (u.a. Mund-Soor) durch Kontakt mit den genannten Körperflüssigkeiten bzw. mit  Kot.

Eine wirkungsvolle Schutzbarriere beim Kontakt von Fingern bzw. Händen mit Scheide oder After der Partnerin stellen Latex-Fingerlinge bzw. dünne Latex-Handschuhe dar. Es gibt sie in verschiedenen Größen und sie sind z.B. in Drogerien, Apotheken, Erste-Hilfe-, Ärzte- und Pflegebedarfs-Geschäften erhältlich (auch im Internet). Selbstverständlich müssen Handschuhe und Fingerlinge nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden, und jede Partnerin braucht ihre eigenen. (Also: Nicht zwischen den Partnerinnen wechseln - es sei denn, sie wären noch unbenutzt - und nach dem Gebrauch nicht wiederverwenden!) Da sogar harmlose Darmbakterien in der Scheide unangenehme Infektionen auslösen können: Mit einem für Analsex verwendeten Fingerling oder Handschuh grundsätzlich nicht die Scheide berühren - auch nicht die derselben Partnerin.

Zum Schutz beim Oralsex (Mund-Scheide und/oder Mund-Anus) gibt es sogenannte Dental Dams (Singular: dental dam) - auch Lecktücher, Kofferdams, Sheer Dams, Glyde Dams oder Spanngummies genannt -, die in der Regel ebenfalls aus Latex bestehen. Wer Latex nicht mag oder verträgt, kann sich "Non Latex Dental Dams" aus Polyurethan besorgen. Der Name "dental dams" kommt daher, dass diese Tücher ursprünglich aus der Zahnmedizin stammen. Dort dienen sie dazu, einen zu behandelnden Zahn vom restlichen Mundraum abzuschotten. Inzwischen werden Dental Dams jedoch speziell als Safer-Sex-Hilfsmittel angeboten, sogar mit unterschiedlichen Aromen.

Gebrauchsanleitung: Frau lege ein Dental Dam - ggf. nach einseitigem Auftragen eines wasserlöslichen Gleitmittels (nicht-wasserlösliche, ölige Gleitmittel können das Tuch undicht machen!) - über Scheide und/oder Anus ihrer Partnerin, um dadurch eine Barriere für Infektionsübertragungen herzustellen. Und dann lege sie los. Auch Dental Dams dürfen selbstverständlich nur einmal verwendet werden, und man darf sie beim Gebrauch nicht umdrehen. (Also nochmal für Dummies: Der Mund bzw. die Zunge der einen Partnerin darf z.B. nur mit der oben liegenden Seite des Tuches in Berührung kommen und Scheide/Anus der anderen Partnerin nur mit der unten liegenden Seite des Tuches. Wenn frau das dünne Tuch zwischendrin umdrehen würde, würden die Körperflüssigkeiten beider ja vermischt!)

Wer größtmögliche Sicherheit anstrebt, kauft nur Dental Dams, die CE-zertifiziert sind und allen europäischen Normen entsprechen (z.B. Sheer Glyde Dams). Da Dental Dams leider relativ schwierig zu erhalten sind und auch an den Infoständen der AIDS-Initiativen selbst bei lesbischwulen Veranstaltungen meist nur Kondome ausliegen, hier eine Internet-Bezugsquelle für verschiedenste Arten und Marken von Dental Dams, mit und ohne Latex: www.kondome-international.de

Auch jede Apotheke müsste Dental Dams jedoch zumindest auf Anfrage bestellen können. 

Was speziell die Gefahr einer HIV-Infektion durch Scheidensekrete betrifft, teilt allerdings zum Beispiel die Schweizer AIDS-Hilfe mit:

"Besteht für mich als Frau ein Übertragungsrisiko, wenn ich mich oral befriedigen lasse? - Für Sie als Frau besteht in keinem Fall ein Übertragungsrisiko. Falls Sie HIV-positiv sind, besteht für Ihren Partner oder Ihre Partnerin während der Menstruationszeit ein gewisses Risiko. Eine Infektion über Menstruationsblut, das in den Mund des Partners oder der Partnerin gelangt, ist möglich. Scheidensekrete hingegen stellen bei oralem Verkehr nach heutigem Wissensstand kein Infektionsrisiko dar." (Quelle: http://www.aids.ch/d/fragen/risiko.php#FAQ4)

Bei Verwendung von Dildos, Vibratoren und ähnlichen Sextoys: Kondome drüberziehen. Wie Dental Dams gibt es Kondome auf Latexbasis sowie für Allergiker_innen latexfrei. Spermizid beschichtet brauchen sie natürlich für den lesbischen Gebrauch nicht zu sein. Es gibt spezielle Sextoy-Kondome ohne Spermien-Reservoir, aber "normale" tun's auch. Wichtig abermals: Für jede Person, deren Schleimhäute damit in Kontakt kommen sollen, ein eigenes Kondom verwenden. Nach analem Gebrauch nicht vaginal weiterverwenden, sondern austauschen. Am Ende entsorgen (aus Umweltschutzgründen nicht in die Toilette werfen).   

  

HIV-Tests ....

... kann jede und jeder kostenlos und anonym z.B. im Karlsruher Gesundheitsamt machen. Dort werden auch Beratung und Untersuchungen in Zusammenhang mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten angeboten. Adresse und  Öffnungszeiten sind u.a. unter folgendem Link zu finden: http://www1.karlsruhe.de/Ratgeber/detail.php?a=24

 

Wer unvernünftigerweise ...

...ungeschützten Sex mit Angehörigen einer Hochrisikogruppe oder bekanntermaßen HIV-Positiven hatte, sollte nach maximal 48 Stunden - besser schon nach 2 Stunden - über einen 30-Minuten-Schnelltest beim Arzt den sogenannten Serostatus der betreffenden Person ermitteln lassen. (Das geht allerdings nur, wenn die betreffende Person zur Untersuchung mitkommt und damit einverstanden ist, sich Blut abnehmen zu lassen.) Je nachdem, wie dieser Schnelltest ausfällt, kann bei der Person, die sich angesteckt zu haben fürchtet, eine Postexpositions-Prophylaxe eingeleitet werden, die das Ansteckungsrisiko um ca. 80% verringert. Diese Möglichkeit soll aber keinesfalls zu Leichtsinn bzw. Leichtfertigkeit ermuntern!!!

 Die Rote Schleife - ein Zeichen der Solidarität mit HIV-Positiven und AIDS-Kranken.

Die Karlsruher AIDS-Hilfe ...

... berät bei allen Fragen in Zusammenhang mit HIV und AIDS und hat folgende Web-Adresse: http://www.aidshilfe-karlsruhe.de/ 

 

 

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